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Brillengläser, Brillenreinigung, Brille putzen

… Was ist zu tun, damit die Brille möglichst lange durchhält?

Es gibt über 40 Millionen Brillenträger in Deutschland. Viele von Ihnen haben zweifellos schon den altbekannten Fehler gemacht: Ein schmutziges Brillenglas wird schnell angehaucht und dann mit dem Ärmel sauber gemacht. Was einem Brillenglas aus Glas nicht gleich schadet, kann ein Glas aus Kunststoff ernsthaft schädigen. Ablagerungen wie Schmutz, Staub, Fingerabdrücke oder Kosmetik trüben die Brillengläser.  Wenn man die Brillengläser allerdings richtig pflegt und reinigt, kann man eine Menge Geld sparen und die Brille länger nutzen. Zu beachten ist, dass Kunststoff durch die weiche Oberfläche schneller zerkratzt als Glas. Durch mikrofeine Kratzer auf der Oberfläche des Glases erscheint es getrübt und verursacht Reflexe und Streuungen. Diese beeinträchtigen die Qualität der Brillengläser erheblich.

Ein Brillenglas setzt sich in der Regel aus mehreren Schichten zusammen. Dazu gehören die Härtung der Gläser, die Entspiegelung und auch die Schutzschicht. Bei einigen Gläsern ist auch die antistatische, also staubabweisende Schutzschicht aufgesetzt. Die einzelnen Schichten sind 0,2 bis 1 Mikrometer stark. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist ca. 80 Mikrometer dick. Diese Schichten befinden sich auf Brillengläsern aus mineralischem Glas (echtes Glas) und auch auf Kunststoffgläsern.

Aufbau Schichten:

Beschichtung Brille, Brillengläser

Bei einer falschen Brillenglasreinigung kommt es dazu, dass genau diese Schichten dann zerkratzen. Es entstehen mikrofeine Rillen und Vertiefungen, die eine unkontrollierte Streuung der Lichtstrahlen bewirkt. Das macht sich im Dunkeln störend bemerkbar und man empfindet Schwierigkeiten beim Scharfsehen. Eine qualitativ minderwertige Brille bewirkt außerdem mehr Seharbeit, da die Augen die unsauberen Informationen, die durch die verkratzen Gläser auf die Netzhaut geworfen werden, ausgleichen müssen. Das führt im Nachhinein zu Kopfschmerzen und Ermüdungserscheinungen der Augen. Die Wirkung der Brille kann sich erst dann richtig entfalten, wenn sie sauber und gut gereinigt ist.

Folgend einige Methoden um die Brille zu reinigen, ohne sie zu beschädigen.

Do’s:

  1. Vor dem eigentlichen Reinigen die Brille abpusten, um die groben Staubkörner zu entfernen.
  2. Nachträglich unter lauwarmen Wasser von beiden Seiten abspülen und abtropfen lassen. Wenn die Brillengläser stark verfettet oder verklebt sind, bietet es sich an einen Tropfen Spülmittel auf den Gläsern zu verteilen.
  3. Danach mit einem Mikrofaser-Brillenputztuch trockenreiben.
  4. Falls noch nicht alle Verunreinigungen gelöst sind: Den Vorgang wiederholen. Nicht mit übermäßigem Druck arbeiten!

Don’ts:

  1. Nicht zu viel Druck ausüben! Durch zu starke Belastung der Gläser können Körnchen und Staubteilchen die Oberfläche beschädigen. Des Weiteren ist es sogar möglich, dass sich die Brille aus der Fassung löst.
  2. Keine Lösungsmittel verwenden! Auch wenn die Brille sehr stark verfettet ist sollte man es vermeiden mit Lösungsmitteln (Terpentin oder ähnliches) zu arbeiten. Durch diese Lösungesmittel können sich die Beschichtungen der Gläser lösen oder die Fassung verliert ihren Glanz.
  3. Zu heißes Wasser vermeiden! Denn dadurch kann sich die Fassung verformen.
  4. Bei hartnäckigem Schmutz das Abkratzen vermeiden! Äußerer Druck, wie bereits erwähnt, ist nie gut für das Brillenglas. Besser ist es die Brille einweichen zu lassen und danach den Schmutz zu entfernen.

Weitere Methoden und Produkte, um die Brille zu pflegen:

  1. Brillensprays: Brillensprays sind erhältlich im Fachhandel. Sie sind im Grunde Spülmittel, mit dem sich Fettschichten gut lösen lassen.
  2. Ultraschall-Brillenreinigung: Fast jeder Optiker bietet Ultraschall-Reinigungen an. Ablagerungen und Verunreinigungen werden abgelöst, ohne das es der Brille schadet. Daher lohnt es sich oftmals, die Brille bei einem Optiker vor Ort zu bestellen, da dann der Service meist kostenfrei ist. Alle 3 Monate eine solche Reinigung vorzunehmen ist die beste Möglichkeit, die Qualität der Brillengläser zu bewahren.
  3. Mikrofasertücher: Die Mikrofasertücher, die bei Kauf der Brille mitgeliefert werden, sind sehr gut geeignet um die Brille zu reinigen. Nach der Reinigung kann man sie einfach ausschütteln. Wenn es aufgebraucht ist, kann man die Tücher nachbestellen oder sich beim Optiker ein Neues abholen (meistens gibt es diese bei Ihrem Optiker umsonst).
  4. Vor dem Bruch schützen/ Brillenetui: Um die Brille vor Brüchen, Kratzern, Staub und Schmutz zu schützen sollte man sie immer in einem Brillenetui ablegen. Man sollte eine Brille niemals in Hosen- oder Jackentaschen stecken, da sich die Brille bei einer unbedachten Bewegung verbiegt oder evtl. sogar komplett bricht. Für Lesebrillen gibt es Bänder, damit man sich die Brille um den Hals hängen kann, damit sie immer direkt verfügbar ist, wenn man sie braucht.
  5. Keine Papiertaschentücher: In keinem Fall sollten Kunststoffgläser mit normalen Papiertaschentüchern, Küchentüchern (Zewa) oder Toilettenpapier gereinigt werden. Diese Tücher besitzen eine raue Faserstruktur, die auf dem empfindlichen Glas wie Schleifpapier wirken.

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